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Unterschied zwischen Ringelnatter, Kreuzotter und Blindschleiche

Wenn ihr eine Schlange in freier Wildbahn zu sehen bekommt, dann solltet ihr den Augenblick genießen. Auf gar keinen Fall dürft ihr die Schlange stören, anfassen, mit einem Stock hoch nehmen oder gar töten. Erzählt lieber anderen Leuten von eurem Erlebnis und sagt ihnen wie harmlos die Schlange war. Ich stelle hier die beiden häufigsten und bekanntesten Schlangen, die Ringelnatter und die Kreuzotter vor. Dazu auch die Blindschleiche, weil zu viele Leute sie immer noch für eine Schlange halten.

 

Ringelnatter

 

Die wohl bekannteste und häufigste der heimischen Schlangenarten ist die Ringelnatter. 
Sie ist blau-grau bis grün-grau, manchmal auch bräunlich gefärbt. Ihr Hauptmerkmal sind die zwei hellen Flecken im Nacken. Diese Flecken sehen aus wie zwei Halbmonde und sind fast immer gut zu erkennen. Meist wird sie nur einen Meter lang, es gibt aber auch größere Exemplare. 
Ringelnattern ernähren sich hauptsächlich von Amphibien. Frösche sind ihre Lieblingsspeise, sie frisst aber auch Fische und kleine Säugetiere wie Mäuse. 
Im Frühjahr paaren sich die Tiere, oft in einem großen Schlangenknäul. Etwa einen Monat später legen die Weibchen 10 bis 50 Eier und nach weiteren 1 bis 2 Monaten schlüpfen die Jungen. 
Die Ringelnatter lebt an Gewässern und in Feuchtgebieten. Bei Gefahr stellt sie sich tot und gibt ein stinkendes Sekret ab. Ringelnattern haben kein Gift, sie sind vollkommen ungefährlich für Menschen und stehen unter strengem Naturschutz.  

 

Kreuzotter

 

Die Kreuzotter ist unsere bekannteste Giftschlange. Sie wird maximal bis zu 80 cm lang und trägt auf ihrem Rücken ein sehr markantes Zickzackband.  Sie kommt in verschiedenen Grundfarben vor und kann braun, grau, blaugrau, gelblich, olivgrün, orange, rotbraun bis schwarz sein. Zu ihrem Beutespektrum zählen kleine Säugetiere wie Mäuse, aber auch Vögel, Frösche und Eidechsen. 
Die Kreuzotter bringt lebende Junge zur Welt. Die bis zu 20 Jungtiere werden nach 2 bis 4 Monaten Tragzeit vollentwickelt geboren.
Die Kreutzotter bewohnt sehr unterschiedliche Lebensräume, von Mooren bis zu Bergwiesen und Waldlichtungen. Wegen ihres recht hohen Feuchtigkeitsbedarfes meidet sie trockene, zu heiße Plätze. 

Eine Kreutzotter wird niemals einen Menschen angreifen. Sie wird immer versuchen zu fliehen, weil wir einem Frosch oder einer Maus überhaupt nicht ähnlich sehen. Wir passen einfach nicht in ihr Beutespektrum. Nur wenn man auf sie tritt oder sie in die Enge treibt und sie bedrängt, wird sie aus Notwehr zubeißen. Sie steht unter strengem Naturschutz und darf auf gar keinen Fall gestört oder gar getötet werden.

 

Blindschleiche


Die Blindschleiche ist keine Schlange. Sie ist eine völlig harmlose Echse, eben nur ohne Beine. Sie bewegt sich wie eine Schlange und wird deshalb oft für eine Schlange gehalten. Im Englischen wird die Blindschleiche “slow worm“ genannt. Sie bewegt sich tatsächlich sehr langsam, so langsam dass sie einfach keine Beine braucht.

Wegen ihrer Anpassungsfähigkeit ist die Blindschleiche in Europa weit verbreitet. Ihr könnt sie sowohl in Wald, auf der Wiese als auch in Parks und Gärten finden. Sie ist braun bis grau und manchmal auch bläulich gefärbt. Normalerweise wird sie etwa 30 bis 40 cm lang, kann aber im Ausnahmefall auch bis zu 50 cm lang werden. Sie ernährt sich von Regenwürmern, Nacktschnecken und auch Ameisen.

Blindschleichen sind lebendgebärend und bringen ungefähr 3 Monate nach der erfolgreichen Paarung im Frühjahr bis zu 25 Jungtiere zur Welt. 
Um einen Angreifer zu verwirren und besser flüchten zu können, kann die Blindschleiche ihren Schwanz abwerfen. Der Schwanz wächst wieder nach, wird jedoch nicht mehr ganz so lang wie zuvor.

 

 

Ringelnattern bei der Paarung

So schön kann Liebe sein! Dieses Weibchen hat die Wärme der Sonne und die Aufmerksamkeit der Männchen so richtig genossen.

 

 

Kreuzottern bei der Paarung

 

 

Blindschleiche auf der Hand

In meinem Video habe ich die Blindschleiche in die Hand genommen und ein paar Schritte weiter wieder abgesetzt. Normalerweise mache ich das nicht, aber diese Blindschleiche lag genau auf einem Weg im Wald, der auch von Landmaschinen benutzt wird. Ich wollte nicht, dass dem Tier etwas passiert und habe sie deshalb an einen sicheren Ort gebracht.

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