© hans hillewaert

Unterschied zwischen Hase und Kaninchen

Feldhasen sind deutlich größer als Wildkaninchen. Ein Hase kann vom Kopf bis zum Schwanz etwa 75cm lang werden und ein Gewicht von bis zu 6,5kg erreichen. Das Wildkaninchen wird maximal 50cm lang und wiegt nur bis zu 2kg. Die Beine des Feldhasen sind im Vergleich zum Wildkaninchen wesentlich länger. Auch die Ohren des Hasen sind deutlich länger als beim Kaninchen. Schaut man sich beim Feldhasen die Ohrenspitzen und die Oberseite des Schwanzes an, sind diese schwarz gefärbt. Das Bauchfell des Feldhasen ist reinweiß. Dagegen ist das Bauchfell des Wildkaninchens eher grau. Auch in der Farbe ihres Rückenfells unterscheiden sich beide Arten. Der Feldhase ist am Rücken goldbraun, während das Kaninchen graubraun daher kommt. Im Nacken trägt es ein rötlich gefärbtes Dreieck. Sogar an den Augen kann man beide Arten deutlich unterscheiden, denn der Hase hat viel heller gefärbte Augen als das Kaninchen. In den beiden Videos kann man die genannten Unterschiede deutlich sehen. Auch die Unterschiede im Temperament kann man sehr gut erkennen.

 

Unterschiede in der Lebensweise und im Verhalten

 

Während sich das Wildkaninchen einen Bau mit vielen Gängen gräbt, in dem es sich bei Gefahr versteckt, legt sich der Feldhase einfach in eine Mulde im Boden. Einen Bau gräbt er nicht. Bei Gefahr duckt er sich und vertraut auf seine hervorragende Tarnfarbe. Wenn ein Hund oder ein Fuchs in seine Richtung läuft, wartet er bis zum letzten Augenblick. Dann springt er plötzlich auf und flüchtet mit Höchstgeschwindigkeit. Feldhasen sind ausdauernde Läufer, die auch auf längeren Strecken ein hohes Tempo durch halten können. Sie erreichen ohne weiteres bis zu 70km/h. Wildkaninchen entfernen sich nie weit von ihrem Bau. Sie sind eher Sprinter und bleiben immer in der Nähe eines Baueingangs. Dort suchen sie bei Gefahr so schnell wie möglich Schutz. Sie warten nicht wie der Hase bis zum letzten Moment, sie flüchten beim ersten Anzeichen von Gefahr. Kaninchen bevorzugen eine deckungsreiche und hügelige Landschaft, während der Hase offenes und flaches Gelände bevorzugt.

 

Der Feldhase kommt das ganze Jahr ohne einen schützenden Bau aus. Er lebt allein oder in der Paarungszeit in kleinen Gruppen mit anderen Hasen zusammen. Dagegen lebt das Wildkaninchen in einem großen Familienverband. Manchmal leben mehrere Familien zusammen und bilden eine große Kolonie. Feldhasen liefern sich während der Paarungszeit heftige "Boxkämpfe". Früher glaubte man dass nur die Männchen miteinander kämpfen und dass der Sieger sich mit der Häsin paaren darf. Nach jüngsten Forschungsergebnissen haben die Weibchen da jedoch ein Wörtchen mitzureden. Auch sie liefern sich heroische Kämpfe mit anderen Weibchen und wenn sie mit einem Verehrer nicht einverstanden sind, lassen sie es ihn deutlich spüren.

Die Häsin bringt nach einer Tragzeit von 42-43 Tagen zwei bis drei Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere sind bereits bei der Geburt mit einem Fell ausgestattet. Sie haben geöffnete Augen und können auch gleich laufen. Sie sind sogenannte Nestflüchter und bleiben nicht in ihrer Sasse. Die Kleinen verteilen sich auf der Wiese und verstecken sich im hohen Gras. So kann ein Beutegreifer nicht gleich den ganzen Wurf fressen. Die Mutter weiß immer genau wo ihre Kleinen sind. Sie kommt nur alle paar Stunden zum Säugen, den Rest des Tages verbringen die Kleinen allein. Wildkaninchen haben dagegen nur eine Tragzeit von 30-32 Tagen. Die Jungen sind auch nicht so weit entwickelt, wie die kleinen Hasen. Dafür ist der Wurf mit 5-6 Jungtieren aber deutlich größer. Die Jungtiere des Wildkaninchens kommen im Bau in einer Setzröhre zur Welt. Diese Setzröhre legt das Muttertier abseits des Familienbaus an. Sie polstert den Boden mit Haaren aus ihrem Fell aus und bleibt bei ihren Kleinen um sie zu wärmen. Neu geborene Kaninchen sind sogenannte Nesthocker. Sie kommen blind und nackt zur Welt und sind auf die Wärme ihrer Mutter angewiesen.

Alle unsere Hauskaninchen stammen vom europäischen Wildkaninchen ab. Eine Verpaarung zwischen Hasen und Kaninchen nicht möglich, weil es sich um zwei vollkommen verschiedene Tierarten handelt. Die beiden Arten unterscheiden sich so sehr, dass es keine genetische Übereinstimmung gibt.

 

boxende Feldhasen

Es gibt auf einem abgeernteten Feld wohl nichts Spannenderes zu sehen, als "boxende" Hasen.

 

 

eine neugierige Häsin

Hasen sind wohl die neugierigsten Tiere überhaupt! Sie müssen alles erkunden jeden Besucher genau in Augenschein nehmen. 

 

 

 

Kaninchen

Wo finde ich Hasen?

Hasen leben ohne Bau das ganze Jahr auf dem freien Feld oder auf der Wiese. Im Winter lassen sie sich dort sogar einschneien. An dem Ort, an dem man einmal einen Feldhasen gesehen hat, kann man damit rechen immer wieder Hasen zu sehen. Die Tiere sind standorttreu und behalten ihr Revier meist ein Leben lang.

 

Wie kann ich Hasen beobachten?

Früh am Morgen und in der Abenddämmerung sieht man Feldhasen am häufigsten auf Äckern und Wiesen. Die Fortpflanzungszeit dauert in Mitteleuropa von Januar bis Oktober. Von Februar bis August, während der Hauptfortpflanzungszeit sieht man sie auch tagsüber häufig auf offenem Feld. In dieser Zeit sind sie nicht ganz so vorsichtig. Feldhasen sind zwar kurzsichtig, sie haben aber den perfekten Überblick. Weil ihre Augen seitlich am Kopf sitzen, können sie einen Bereich von nahezu 360 Grad abdecken. So ist es fast unmöglich, sich an einen Hasen heran zu schleichen. Besser ist es stehen oder sitzen zu bleiben, sich nicht zu bewegen und den Hasen selbst heran kommen zu lassen.

 

Was frisst der Hase?

Der Feldhase ist ein reiner Pflanzenfresser und ein Feinschmecker. Er liebt Blüten, Kräuter, Gräser und die tief hängenden Knospen von Bäumen und Sträuchern.

 

Was bedroht den Hasen?

Im hohen Gras der Wiesen verbringen junge Hasen genau wie Rehkitze den Tag am Boden liegend, in guter Deckung. Werden diese Wiesen vor der Mahd nicht gründlich abgesucht, verenden viele Jungtiere im Schneidwerk der Mähmaschinen.

Äcker werden an nur einem Tag vollständig abgeerntet, so dass sie dem Feldhasen keine Versteckmöglichkeiten mehr bieten. Neue Gewerbe- und Siedlungsgebiete nehmen ihm den Lebensraum. Zu seinen natürlichen Feinden gehören Füchse und Greifvögel. Wildschweine und Rabenvögel vergreifen sich nur an den Jungtieren. Sein größter Feind ist die organisierte Jagd. In den letzten 10 Jahren wurden mehr als 5 Millionen Hasen von Jägern geschossen, obwohl sie keine messbaren Schäden verursachen und obwohl sie weder den Menschen noch andere Tiere bedrohen. Hier geht es nur darum auf ein schnelles bewegtes Tier zu schießen und es zu töten.

 

Wie kann ich helfen?

Äcker liegen heute kaum noch brach. Jeder Quadratmeter wird genutzt und es wird immer mehr Mais wird angebaut. Mit Mais kann der Feldhase nichts anfangen. Er kann sich von diesen Pflanzen nicht ernähren. Hasen brauchen Ackerrandstreifen und Feldrandhecken als Ruheoasen. Dort können sie sich ernähren und verstecken wenn das Feld gemäht wird. Überzeugen sie die Bauern wie wichtig es ist, einen kleinen Streifen am Rande des Feldes stehen zu lassen. Reden sie mit ihnen und erklären sie ihnen wie wichtig eine Feldrandhecke ist. Bringen sie in Erfahrung, wem die Wiesen in ihrer Umgebung gehören. Sprechen sie die Bauern auf die Hasenjungen und Rehkitze auf ihren Wiesen an. Überzeugen sie so viele wie möglich, wie wichtig es ist mit der Mahd der Wiese zu warten, bis die jungen Hasen und Kitze von selbst flüchten können. Und setzen sie sich gegen die Jagd ein! Überzeugen sie die Jäger mit einer Kamera in die Natur zu geh, statt mit einer Flinte!

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