© Alastair Rae

Schwarzspecht

Wie der Name schon sagt, trägt der Schwarzspecht ein schwarzes Federkleid. Auf dem Kopf trägt das Männchen eine knallrote “Kappe“. Das Käppchen des Weibchens ist etwas kleiner und sitzt etwas mehr am Hinterkopf. Der Schwarzspecht ist etwa so groß wie eine Krähe und damit der größte einheimische Specht. Sein Flügelschlag erinnert an den Flug des Eichelhähers.

Schwarzspechte hacken mit ihrem großen Schnabel in schnellen Schlägen an abgestorbenen Bäumen. Es hört sich an wie ein Trommelwirbel und dauert etwa zwei bis drei Sekunden. In dieser kurzen Zeit schlägt der Schwarzspecht etwa 40 Mal auf das Holz! Der Vogel benutzt sein Trommeln, genau wie seine weithin hörbaren Rufe für die Kommunikation mit seinen Artgenossen. Er zeigt mit diesen Lauten seiner Konkurrenz oder einem Geschlechtspartner seinen aktuellen Standort an.

Der Schwarzspecht ist in großen Wäldern mit vielen abgestorbenen Bäumen weit verbreitet. Für seine Nisthöhlen braucht er gesunde Bäume mit einer glatten Rinde. Meistens wählt er dafür Buchen oder alte Kiefern. In diesen Bäumen baut er sein Nest in einer Tiefe bis zu 60 Zentimeter. Im April legt das Weibchen bis zu vier Eier und brütet sie gemeinsam mit dem Männchen aus. Bereits nach 12 bis 14 Tage schlüpfen die Jungen aus den Eiern. Sie werden von beiden Eltern gefüttert und gewärmt. Nach weiteren vier Wochen werden die Jungen flügge. Ein Spechtpaar benötigt ein Revier von etwa 500 bis 1200 Hektar.

Wenn ihr euch fragt wie ihr Schwarzspechte beobachten könnt, dann achtet im Wald als erstes auf die Bäume. Stehen dort alte Bäume oder neu angepflanzte, kleine Bäumchen? Dann lauscht mit den Ohren immer wieder auf die Geräusche des Waldes. Zuerst werdet ihr den Schwarzspecht hören, bevor ihr ihn seht. Haltet genügend Abstand bei der Beobachtung, denn diese Vögel sind sehr scheu. Bei der kleinsten Bewegung am Boden können sie die Flucht ergreifen. Ein Fernglas oder eine Kamera mit großen Zoom und einem Bildstabilisator ist hier sehr hilfreich.

Der Schwarzspecht liebt Insekten und ihre Larven. Er findet sie mit seiner langen Zunge unter der Rinde und im abgestorben Holz der der Bäume. Käfer oder Spinnen stehen genau wie Ameisen auf seiner Speisekarte.

Der Schwarzspecht hat mit seiner imposanten Größe nur wenige natürliche Feinde. Nur der Marder, der Habicht und der Uhu erbeuten gelegentlich einen Schwarzspecht. Viel gefährlicher ist für ihn der Mensch. Waldbesitzer fällen Rotbuchen bereits im jugendlichen Alter von 100 bis 140 Jahren, obwohl diese Bäume 350 Jahre oder noch älter werden können. Sie lassen keine abgestorbenen Bäume im Wald stehen und fällen jeden Baum, der auch nur ein Anzeichen von Schwäche zeigt. So mangelt es den Schwarzspechten häufig an geeigneten Bäumen für den Bau ihrer Höhlen. Auch finden sie nicht genügend Nahrung weil es keine abgestorbenen Bäume mehr gibt. Das gefährdet nicht nur den Schwarzspecht, sondern auch viele andere Tiere! Viele andere Arten sind als "Nachmieter" auf seine Höhlen angewiesen. Denn nur der Schwarzspecht ist in der Lage ist eine große Höhle in einen harten Stamm zu meißeln.

Also, liebe Waldbesitzer! Lasst immer genügend alte Bäume und auch genügend abgestorbene Bäume für den Schwarzspecht stehen!

 

 

der allererste Flug eines Schwarzspechts

In diesem Video könnt ihr sehen wie junge Schwarzspechte gefüttert werden. Zum Glück habe ich genau den Moment gefilmt, in dem ein Jungvogel zum ersten Mal seine Flügel erprobt und aus dem Nest hinaus fliegt.

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