© Francis Franklin

Gimpel

Der Gimpel (Pyrrhula pyrrhula) ist einer unserer schönsten einheimischen Vögel. Er wird auch Dompfaff oder Blutfink genannt. Sein Vorkommen erstreckt sich von Europa bis Japan. Er fühlt sich wohl  im Nadelwald, aber auch im Mischwald mit einigen Nadelbäumen.

Das Männchen ist an der Brust rot gefärbt und trägt auf dem Kopf eine schwarze Kappe. Das Weibchen ist etwas schlichter gefärbt und begnügt sich mit einer braunen Brust. So bald die Jungvögel das Nest verlassen haben, aber noch nicht geschlechtsreif sind, kann man sie leicht mit der Mutter verwechseln. Erst im Erwachsenenalter bekommen die Männchen ihr rotes Brustgefieder.

 

Gimpel haben eine Körperlänge von etwa 15 bis 19 Zentimetern. Die Flügelspannweite beträgt 22 bis 26 Zentimeter und das Körpergewicht liegt meist bei etwa 26 Gramm.

 

Bei der Suche nach einem Nistplatz lockt das Männchen sein Weibchen mit leisen Rufen, wenn es einen geeigneten Ort gefunden hat. Ist das Weibchen mit seiner Wahl einverstanden, beginnt es mit dem Nestbau. Die meisten Nester befinden sich in einer Höhe zwischen 120 und 180 Zentimeter. Häufig werden sie in dichten jungen Nadelbäumen oder in dichten Büschen errichtet. Das Nest wird nur vom Weibchen gebaut, während das Männchen ihr hin und wieder einen Halm reicht. Nach fünf bis sechs Tagen ist es fertig. Ein Gelege besteht aus vier bis sechs Eiern. Erst nachdem das letzte Ei abgelegt ist, bebrütet das Weibchen allein das Gelege. So schlüpfen alle Jungvögel gleichzeitig und nicht zeitversetzt. Die Brut dauert 13 bis 14 Tage. In dieser Zeit wird das Weibchen regelmäßig vom Männchen mit Futter versorgt.

 

Die Jungvögel werden blind und nackt geboren. In den ersten sechs Tagen erhalten sie nur weiches Futter wie Blattläuse, Ameisen oder kleine Schnecken. Ab dem achten Tag fliegen beide Altvögel auf Futtersuche. Dann bringen sie ihrem Nachwuchs immer häufiger Samen und Knospen. Bereits nach sechzehn oder siebzehn Tagen können die Nestlinge bei Gefahr das Nest verlassen. Sie werden auch außerhalb des Nestes von ihren Eltern versorgt. Regelmäßig lassen sie dann ihre Standortlaut hören, damit die Altvögel sie im dichten Geäst finden können. Ab dem 20. bis 24. Tag suchen sich die Jungen eigenständig Nahrung und bereits am 35. Tag sind sie selbständig. So lange sie noch unerfahren sind und nicht richtig fliegen können, droht ihnen Gefahr von Katzen, Greifvögeln und Mardern. Hin und wieder fällt auch ein erfahrener Altvogel den Beutegreifern zum Opfer. In Freiheit werden die Vögel maximal sechs bis acht Jahre alt.

 

Wenn man ihren Ruf kennt, sind sie im Winter recht leicht zu beobachten. Sie lassen sich mit Futter sehr gut anlocken und fressen dann mit großer Ausdauer Sonnenblumenkerne.

 

 

Gimpel auf der Hand

Dieser kleine Gimpel hatte sich den Kopf an meiner Fensterscheibe angeschlagen. Leider passieren solche Unfälle relativ häufig, weil viele Vögel Glas nicht sehen können. Ich habe ihn hoch genommen und ihn in der Hand behalten, bis er sich wieder erholt hatte. Sein Weibchen hatte große Angst um ihn und dachte wohl, dass ich ihn fressen wollte. Er hat sich überhaupt nicht gefürchtet und genau gewusst, dass ich es gut mit ihm meine. Nach dem er wieder fit war, flog er ab und ruhte sich auf einem Ast aus. Bereits ein paar Stunden später war alles vergessen und ich konnte ihn erneut an meinem Vogelhäuschen beobachten.

 

 

Frau Gimpel bei der Futtersuche

Dieser Gimpeldame bin ich mit meiner Kamera wirklich sehr nah gekommen. Nach ein paar Minuten vertraute sie mir vollkommen und zeigte keinerlei Angst. Als sie dann jedoch die Augen schloss um ein Nickerchen zu machen, hat sie mich dann doch verblüfft.

 

 

Gimpelpärchen im Wald

Die Beiden sind sich immer ganz nah. Eben ein unzertrennliches Paar.

 

 

Jungvogel wird gefüttert

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