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Graureiher

Graureiher (Ardea cinerea) werden auch Fischreiher genannt. Man findet die scheuen Vögel in Europa, Asien und Afrika.

 

Mit ihrer Körpergröße von 90 bis 98 Zentimeter sind sie sehr eindrucksvolle Vögel. Trotz ihrer Größe sind sie sehr leicht und wiegen meist nur 1 bis 2 Kilogramm. Ihre Flügelspannweite beträgt zwischen 175 und 195 Zentimeter. Männchen sind im Durchschnitt etwas größer, unterscheiden sich aber sonst nicht von den Weibchen.

 

Die Augen des Reihers sind nach unten gerichtet. Mit ihnen kann er durch die spiegelnde Oberfläche des Wassers einfach hindurch schauen. So entdeckt er Fische, die unseren Augen verborgen bleiben. Der lange gelbliche Schnabel ist eine gefährliche Waffe und für Beutetiere absolut tödlich. An seinen langen Stelzbeinen hat er weit auseinander gespreizte Zehen. Sie verhindern das Einsinken in den weichen Untergrund.

 

Wird ein Reiher aufgeschreckt, springt er in die Luft und fliegt mit gewaltigen Flügelschlägen davon. Bei der Nahrungssuche schreitet er sehr langsam. Oft bewegt sich zuerst der Kopf mit dem vorgestreckten Hals, dann folgt der Körper. Er sticht mit seinem Schnabel blitzschnell nach kleineren und größeren Fischen, nach Fröschen, Molchen, Schlangen und Wasserinsekten. Er frisst auch Ratten und Mäuse. Alle erbeuteten Tiere verschlingt er im Ganzen, meist mit dem Kopf voran.

 

Graureiher leben an Seen und Flüssen wie auch an Meeresküsten. In jüngster Zeit dringen Reiher immer weiter in Städte vor. Immer öfter werden sie sogar in Innenstädten beobachtet.  

 

Graureiher werden erst im zweiten Lebensjahr geschlechtsreif. Haben sie einen Partner gefunden, bleiben sie meist zusammen. Besonders in Norddeutschland brüten sie in großen Kolonien mit mehr als einhundert Brutpaaren.

Ihr Nest errichten sie aus Reisig hoch oben in den Wipfeln von Laub- oder Nadelbäumen. Nistplätze im Schilf sind sehr selten. Beide Elternvögel sind am Nestbau beteiligt. Das Gelege besteht aus vier bis fünf Eiern. Es wird 25 bis 26 Tage von beiden Vögeln bebrütet. Die Jungvögel schlüpfen nacheinander, in der Reihenfolge in der das Weibchen die Eier abgelegt hat. Beide Eltern füttern gemeinsam. Bis zum 14. Lebenstag werden die Kleinen gewärmt. Erst ab dem 20. Tag werden die Jungvögel alleine gelassen. Dann sind beide Eltern gezwungen so viel Nahrung wie möglich heran zu schaffen. Junge Reiher sind immer hungrig und sie haben unglaubliche Tischmanieren. In einer Reiherkolonie herrscht ein ständiger Lärm. Ständig streiten sich die Vögel um Nistmaterial oder um den Freiraum zwischen den Nestern. Mit ihren scharfen Schnäbeln wehren sie Krähen, Raben oder Greifvögel ab, die sich für die unbewachten Eier oder für die Jungvögel interessieren.

Nach etwa 30 Tagen sind die Kleinen in der Lage, auf andere Äste zu klettern. Dort stehen sie dann, erproben ihre Flügel und stärken ihre Muskeln. Nach etwa 50 Tagen starten sie zu ihrem ersten Flug. Allerdings kommen sie in der ersten Zeit noch häufig zum Nest zurück. Dort werden sie weiter gefüttert bis sie wirklich selbständig sind.

Wildschweine und Füchse suchen den Waldboden unter einer Reiherkolonie regelmäßig ab. Sie hoffen stets auf herunter gefallene Jungvögel. Es wird geschätzt, dass in den ersten sechs Monaten etwa 70 % der Jungtiere sterben. Haben die Vögel das gefährliche erste Jahr überstanden, können sie sehr alt werden. Der älteste Graureiher erreichte ein nachgewiesenes Lebensalter von 35 Jahren.

 

Immer wieder werden Graureiher mit Schussverletzungen gefunden. Obwohl die Vögel unter dem Schutz des Gesetzes stehen, werden sie immer wieder gewildert. An Fischteichen richten sie mit ihrem großen Appetit schwere Schäden an und so werden sie aus reinem Futterneid erlegt. Dabei ist es recht einfach, sie von den Fischteichen fern zu halten. Flache Gewässer lassen sich mit darüber gespannten Netzen sehr gut schützen. Bei tiefen Seen muss man nur die Ufer mit Schnüren schützen, so dass die Reiher nicht mehr vom Ufer in das Wasser schreiten können.

 

Reiher füttern ihren Nachwuchs

Schon ganz junge Reiher haben unglaubliche Tischmanieren. Sie fassen ihre Eltern am Schnabel, ziehen ihn herunter und zwingen so ihre Eltern den Fisch hervor zu würgen. 

 

 

junge Reiher werden flügge

In diesem Alter stehen die jungen Reiher auf den Nestern und den Ästen. Hin und wieder fliegen sie in der Kolonie umher und erproben ihre Flügel. So bald jedoch die Eltern Futter bringen, sind sie zur Stelle und forden ihren Anteil mit allem Nachdruck.

 

 

Graureiher an einem Fischteich

Zu meinem Erstaunen hat der Reiher seinen Fisch mit dem Schwanz voran verspeist. Wahrscheinlich hat er das gemacht, weil dieser Fisch keinen Kopf mehr hatte. Der zweite Vogel hat sich einen lebenden Fisch aus dem Fischteich geholt.

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