© Francis Franklin

Stieglitz

Der Stieglitz (Carduelis carduelis) oder auch Distelfink, gehört zur Familie der Finken. Man findet ihn in Europa ebenso wie in Nordafrika oder in Zentralasien.

Mit seiner roten Gesichtsmaske ist dieser Vogel unverwechselbar. Auf den Flügeln kann man eine leuchtend gelbe Binde sehen. Sein Rücken ist hellbraun und der Bürzel weiß.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich nur wenig. Im Flug fällt die gelbe Farbe ihrer Flügel besonders ins Auge.

Landet ein Stieglitz auf sehr dünnen Halmen, zum Beispiel in einem Kornfeld, kann man erahnen wie geschickt diese Vögel sind.

 

In Westeuropa ist der Stieglitz ein Standvogel und bleibt das ganze Jahr. In kälteren Regionen werden die Vögel zu Teilziehern. Sie überwintern in wärmeren Gegenden.

 

Der Stieglitz lebt gern in offener Landschaft mit einzelnen Bäumen, aber auch an Waldrändern oder in Obstgärten mit alten, hohen Bäumen. Man sieht ihn auch in Feldgehölzen, in Hecken und an Ufern. In der Stadt lebt er auf Friedhöfen, in Alleen und Parks. Wichtig sind für ihn Brachen, mit vielen verschiedenen Kräutern und Disteln.

 

Der Stieglitz ernährt sich von halbreifen und reifen Samen von Wiesenpflanzen und Bäumen. Nachweislich bedient er sich bei 152 Wildkräutern. Während der Brutzeit frisst er allerdings auch Insekten.

Fliegt der Stieglitz eine dünne Pflanze an, dann biegt sich der Stängel unter dem Gewicht des Körpers so weit herab, dass er waagrecht steht oder sich bis zum Boden neigt. So kann der Vogel leicht an die Samen gelangen. Bei sehr dünnen Stängeln umklammert er gleich mehrere. So können auch diese Pflanzen seinen Körper tragen.

 

Stieglitze erreichen ihre Geschlechtsreife bereits am Ende des ersten Lebensjahres. In der Zeit zwischen Ende März und Juli brüten die Vögel. So bald die ersten Jungen ausgeflogen sind beginnen viele Altvögel mit einer zweiten Brut.

 

Für ihr Nest bevorzugen Stieglitze hoch gelegene Orte in guter Deckung in Verbindung mit einem guten Ausblick. Innerhalb von 4 bis 6 Tagen baut das Weibchen das Nest aus Halmen, Moos und Pflanzenfasern. Es wird mit Federn und Tierhaaren gepolstert. Während der Brutzeit bewacht das Männchen sein Weibchen.

Ein Gelege besteht normalerweise aus fünf Eiern, seltener aus vier oder sechs. Während der Brutdauer von 12 bis 14 Tagen wird das Weibchen vom Männchen mit Nahrung versorgt.

 

Auch nach dem Ausfliegen lassen sich die Jungen von ihren Eltern noch mehrere Tage mit Nahrung versorgen. Sie sitzen in der Nähe des Nestes im Geäst und lassen regelmäßig ihren Standortlaut hören. Währenddessen beginnt das Weibchen bereits ein neues Nest für eine zweite Brut zu bauen. Nach etwa einem Monat sind die Jungvögel Selbständig. Freilebende Vögel werden maximal acht bis neun Jahre alt.

 

Bis heute werden Stieglitze in Käfigen gehalten. Doch diese Vögel gehören in die Natur und nicht in einen Käfig!

 

Stieglitz in einem Kornfeld

In diesem Video ist gut zu sehen, wie der Stieglitz eine sichere Sitzposition auf schwankenden Halmen erlangt. Er nimmt einfach mehrere Halme zusammen und sitzt dann wie auf einem dreibeinigen Hocker.

 

 

 

Stieglitz schaukelt im Wind

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