© Karl-Heinz Kundler

Elster

Die Elster (Pica pica) gehört zur Familie der Rabenvögel. Man findet sie in Europa, Asien und in Nordafrika. Mit ihrem schwarz weißen Federkleid ist sie leicht zu erkennen. Männchen und Weibchen ähneln sich sehr, man kann sie nur sehr schwer von einander unterscheiden. Erst wenn man die Vögel auf eine Wage stellt, kann man feststellen dass die Männchen etwas schwerer als die Weibchen sind. Vom Schnabel bis zum Schwanz werden sie etwa 51 cm lang und erreichen eine Flügelspannweite von etwa 90 cm. Elstern gehören zu den intelligentesten Tieren im Tierreich. Sie erkennen sich selbst im Spiegel. Diesen Test bestehen sonst nur Schimpansen, Orang-Urans und Delfine.

 

Elstern leben gern in offener Landschaft mit Wiesen, Hecken, Büschen und einzelnen Bäumen. Sie leben auch an Waldrändern, in der Nähe von Gewässern und in Sümpfen mit Röhricht und Weidengehölz. Sie lieben kurz geschnittenen Rasenflächen. Dort finden sie leicht ihre Nahrung. Sie besteht zu einem großen Teil aus Insekten sowie aus deren Larven, Würmern, Spinnen und Schnecken. Darüber hinaus fressen sie auch hin und wieder Mäuse. In der Nähe des Menschen durchsuchen die Vögel gern Abfallhaufen. Sie ernähren sich dann von dem was wir wegwerfen und fressen Fleischreste, Brot, Teigwaren, Käse, Eierschalen und Ähnliches. In der Stadt lebende Elstern wissen genau, dass sie an Bahnstrecken, Straßen und Autobahnen häufig tierische Unfallopfer finden. Deshalb suchen sie diese Orte systematisch ab. Haben sie Nahrung gefunden, verstecken sie diese häufig vor ihren Artgenossen und vor anderen Vögeln.

 

Elstern genießen keinen guten Ruf. Von den Jägern wird ihnen immer wieder vorgeworfen, dass sie Singvögel erbeuten und sich von deren Eiern ernähren. Die Eier anderer Singvögel stehen tatsächlich auf ihrer Speisekarte, sie machen weniger als 1 % ihrer Nahrung aus. Gravierende Schäden konnten ihnen wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Der Vorwurf der Jäger ist also falsch! Trotzdem werden sie immer noch gejagt und sogar bei der Brut aus dem Nest geschossen.

 

Im März beginnt die Balz. Dann stößt das Weibchen typische Bettelrufe aus und schlägt mit den Flügeln wie ein Jungvogel. Wenn sie dann vom Männchen gefüttert wird, besiegelt das ihre Partnerschaft. Während der Balz werden Rivalen gemeinsam aus dem eigenen Revier vertrieben. Noch während des Nestbaues wird das Weibchen bereits begattet.
Elstern bauen ihre Nester gern in Bäumen und Büschen. Häufig bauen sie sich ein Kugelnest mit einem Dach wie Eichhörnchen. So sind ihre Jungen sicher vor Feinden.

 

Elstern leben monogam. Sobald sie einmal einen Partner gefunden haben, bleiben sie ein Leben lang zusammen. In der Brutzeit wird das Weibchen vom Männchen mit Futter versorgt.

Nackt und blind schlüpfen die Jungen aus dem Ei. Sie werden bis zum elften oder zwölften Tag vom Weibchen gehudert. In dieser Zeit versorgt das Männchen sein Weibchen und zusätzlich die Jungen ganz allein. So bald die Jungen etwas größer und voll befiedert sind, hilft das Weibchen bei der Nahrungssuche mit.

Vor dem ersten Ausfliegen klettern die Jungvögel unbeholfen auf den Zweigen in der Nähe des Nestes herum. Sie bleiben sechs bis acht Wochen von der Fürsorge ihrer Eltern abhängig. So bald die Kleinen gut genug fliegen können, erkunden sie die Umgebung allein. Häufig werden junge Elstern von Menschen "gerettet" nur weil sie auf dem Boden sitzen und rufen. Diese Jungvögel sind nicht verlassen! Die Eltern wissen ganz genau wo sie sind und versorgen sie mit Nahrung! Lassen sie die Jungvögel dort wo sie sind! Ihre Eltern werden sich um sie kümmern, auch wenn sie gerade nicht zu sehen sind.

 

Junge Elstern die noch nicht brüten, suchen sich abends gern eine Schlafgemeinschaft. Im Herbst und Winter schließen sich ihnen auch die verpaarten, Revier besitzenden Vögel an. Die Schlafplätze befinden sich auf hohen Bäumen, in Sumpfgebieten oder auf unzugänglichen Inseln.

 

Elstern haben viele Feinde und ihr schlimmster Feind ist der Mensch. Auch heute noch werden viele Elstern abgeschossen, illegal gefangen und vergiftet. Zu ihren natürlichen Feinden zählen Greifvögel, aber auch Eichhörnchen, Krähen und Kolkraben. In Freiheit werden Elstern bis zu 15 Jahre alt.

 

Elster möchte gern alle Nüsse auf einmal nehmen

Elstern sind nie zufrieden und immer gierig nach Futter. Am liebsten würden sie alle Nüsse auf einmal mitnehmen.

 

 

 

Elster ist sehr wählerisch

Diese Elster habe ich auf meinem Fensterbrett gefilmt. Sie konnte sich einfach nicht entscheiden, welche Erdnuss sie nehmen sollte.

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