© AndreaCapol

Kuckuck (Cuculus canorus)

Der Kuckuck (Cuculus canorus) gehört nicht zur Kategorie der Singvögel, sondern zu den Kuckucksvögeln. Hörte man früher seine Rufe noch häufig, zählt der Vogel heute zu den bedrohten Arten. Deshalb wurde der Kuckuck im Jahr 2008 zum Vogel des Jahres gewählt.

 

Mit seinen 34 cm ist er etwa so groß wie eine Türkentaube, nur ein wenig schlanker und windschnittiger. Der Kuckuck ist weit verbreitet. Man findet ihn in Europa, Asien und Afrika. Er lebt sogar am Eismeer in Nordskandinavien. Besonders gern lebt der Kuckuck in der Näher von Seen, Parks, Waldrändern, Sümpfen und Wiesen.

 

Einen Kuckuck kann man leicht mit einem Sperber oder der Habicht verwechseln. Das Männchen hat einen grauen Kopf und einen grauen Hals. Sein Hals und seine helle Unterseite sind dunkel gebändert und sein Schnabel ist leicht nach unten gebogenen. Auch seine gelben Augen erinnern an einen Greifvogel. Seine Flügel laufen spitz zu, wie bei einem Falken und sein langer Schwanz ist dunkel und weiß gefleckt. Das Weibchen ist an der Unterseite braun oder rotbraun gebändert. Ihr Rücken ist braun mit dunklen Querbänden. Im Flug wird der Kuckuck häufig mit dem Sperber oder dem Turmfalken verwechselt.

Allerdings unterscheidet sich die Lebensweise des Kuckucks doch sehr von den Greifvögeln. Seine Nahrung besteht zum großen Teil aus Insekten und Raupen. Diese Beute fängt er mit dem Schnabel und nicht mit den Krallen. In Freiheit kann er bis zu 10 Jahre alt werden.


Von seinem Balzruf wurde sein Name abgeleitet. Man hört ihn über eine weite Strecke, nur zu Sehen bekommt man ihn kaum jemals.

Hat sich ein Paar gefunden, verteilt das Weibchen etwa 20 befruchtete Eier in die Nester der Umgebung. Das kann von Mai bis Juli dauern, denn es wird immer nur ein Ei in ein fremdes Nest gelegt. Dabei schaut das Weibchen genau hin und legt ihr Ei nur in ein Nest von Singvögeln, die sich von Insekten ernähren. Besonders gern legt sie ihr Ei in das Nest der Vogelart legt, von der sie selbst aufgezogen wurde.

Die Brutdauer des großen Kuckuckseis beträgt nur 12 Tage. Wenn der Kuckuck geschlüpft ist beginnt er sofort damit, die restlichen Eier oder die schon ausgebrüteten Küken aus dem Nest zu werfen. Würde er das nicht machen, bekäme er zu wenig Nahrung. Außerdem wächst er sehr schnell und schon nach wenigen Tagen füllt der junge Kuckuck das gesamte Nest mit seinem massigen Körper aus. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wäre kein Platz mehr für die Kücken seiner Pflegeeltern. Bis zu 24 Tage sitzt der junge Kuckuck im Nest und auch danach wird er noch etwa 3 Wochen von seinen Pflegeeltern mit Insekten, Larven, Spinnen und Raupen gefüttert. Im Vergleich zu seinen Pflegeeltern ist der junge Kuckuck riesig. Er hat ständig Hunger und beschäftigt seine Pflegeeltern den ganzen Tag damit Nahrung für ihn zu suchen. 

 

Hin und wieder fällt ein Kuckuck von einem Greifvogel oder einem Marder zum Opfer. Rabenvögel können nur dem Ei gefährlich werden. Sein schlimmster Feind ist jedoch der Mensch mit seiner Landwirtschaft. Der Kuckuck findet als erwachsener Vogel in unserer sterilen Landschaft einfach nicht genügend Insekten. Es ist vielerorts für diesen großen Vogel unmöglich geworden, genügend Nahrung zu finden.

 

Im April kommt der Kuckuck aus seinem Winterquartier in Afrika. Bereits im September fliegt er wieder dort hin zurück. Diese Vögel bilden keine Schwärme und fliegen ganz allein. Die Strecke ist ihnen angeboren und liegt in ihren Genen.

 

Kuckuck frisst eine Raupe

Es ist ein wahrer Glücksfall, wenn man einem Kuckuck so nah kommt. Die Vögel sind unglaublich scheu und fliegen bei der kleinsten Störung davon. Dieser Vogel ließ sich von meiner Kamera nicht stören. Genüsslich hat er seine Raupe verputzt.

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